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Wir über uns
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Wo äss dann hie ne Kirje?

Basis

Wir sind eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde. Manche kennen uns eher als Baptisten. Als Baptisten ist es uns sehr wichtig, dass jeder Mensch seinen Glauben frei entfalten kann. Wir laden jeden ein, unsere Erfahrungen mit Jesus Christus zu teilen, aber wir wollen niemanden zu einem bestimmten Bekenntnis bekehren. Vielmehr sind wir überzeugt: Jesus hat uns die Liebe Gottes zu uns Menschen vor Augen geführt. Das befreit und weckt Hoffnung. Es gibt nichts besseres, als sich ihm anzuvertrauen.


Identität

Wir sind evangelisch, weil wir wie andere evangelische Kirchen die gute Nachricht von Gottes Liebe (das „Evangelium“) besonders schätzen. Als freikirchliche Gemeinde legen wir großen Wert auf die Eigenverantwortung der lokalen Gemeinde. Vor Ort entscheiden wir über die Gestaltung unseres Gemeindelebens, die Berufung unserer hauptamtlichen Mitarbeiter und über Investitionen in die Gebäude, die dann auch durch Spenden bezahlt werden. Vor Ort tragen wir durch ehrenamtliche Arbeit und durch unseren finanziellen Beitrag die Gemeindearbeit. Eine Kirchensteuer oder die Finanzierung des Gemeindelebens durch den Staat lehnen wir ab. Die Freiwilligkeit gilt nicht nur in Glaubens- sondern auch in finanziellen Fragen.

Gemeinsam mit 800 weiteren Baptisten- und Brüdergemeinden bilden wir den Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (www.baptisten.de) . Dieser fördert die Arbeit der Ortsgemeinden, ist mit anderen Kirchen in engem Kontakt, pflegt internationale Verbindungen , unterhält eine Theologische Hochschule (an der künftige Pastorinnen und Pastoren sowie Diakoninnen und Diakone zehn Semester evangelische Theologie studieren) und bildet den Rahmen für eine intensive Kinder- und Jugendarbeit (www.gjw.de). Um Kinder und Jugendlichen einen besonderen Schutz zu gewähren, richten wir uns nach den Regeln für deren Schutz vor sexuellen und anderen Übergriffen (www.gjw.de/schwerpunkte-themen/kindesschutz). Um auch in anderen Fragen transparent und glaubwürdig zu sein, sind unsere Gemeindeversammlungen in der Regel öffentlich.


Wer kann zu uns gehören:

Unsere Gemeinde erwartet von jedem, der Mitglied werden will oder auf der Freundesliste geführt werden möchte, dass er ein klares Bekenntnis zu Jesus Christus als seinem Herrn und Heiland ablegt. Nur wer seinen Glauben bekennt, kann getauft werden. Wer in einer anderen Kirche getauft wurde, kann auf seinen Wunsch hin auch ohne erneute Taufe aufgenommen werden, wenn er die grundsätzlichen Überzeugungen der Gemeinde teilt. Zu diesen gehört, keine kleinen Kinder zu taufen, sie aber sehr bewusst mit der Liebe Gottes bekannt zu machen. Mitglieder einer anderen evangelisch-freikirchlichen Gemeinde können von dieser an uns überwiesen werden. Mitglieder anderer Kirchen werden durch Beschluss der Gemeindeversammlung aufgenommen.


Geschichte

Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Kassel-West entwickelte sich 1966 als Initiative junger Familien aus den anderen Gemeinden, die im Stadtteil wohnten. 1979 wurde die Gemeinde eigenständig. Die Gemeinde kaufte das ehemalige Gasthaus in der Friedrich-Ebert-Straße 102 und baute es zum Gemeindezentrum um, die Kirche im Hof. Das Gasthaus Reichshalle, später Gasthaus Lesch, wurde bereits 1879 gebaut und war eines der ältesten Gebäude im Vorderen Westen. Der ehemalige Tanzsaal ist heute die Kirche im Hof. Im zweiten Weltkrieg wurde das dahinter liegende Varietétheater zerstört.

2015 bis 2016 wurde die Kirche im Hof für 1,1 Millionen Euro von Grund auf saniert und erweitert. Heute ist sie ein Zentrum kirchlichen und kulturellen Lebens im Stadtteil.

Zur Gemeinde gehören 140 Mitglieder und 30 Freunde sowie 25 Kinder. An den Gottesdiensten nehmen durchschnittlich 90 Besucher teil. 100 Ehrenamtliche tragen die praktische Arbeit und etwa 250 Menschen fühlen sich der Gemeinde verbunden. In den letzten Jahren hat die Gemeinde sich zu einer internationalen Gemeinschaft entwickelt, in der Menschen aus China, Syrien, Chile, Rumänien, Japan, Brasilien, Eritrea und dem Irak ein Zuhause gefunden haben.

Unsere historischen Wurzeln als Baptisten reichen ins frühe 17. Jahrhundert zurück. Damals gab es in England eine kirchliche Erneuerungsbewegung, den Puritanismus, aus dem sich der Baptismus entwickelte. Baptisten wurden diese Christen wegen ihrer auffälligen Taufüberzeugung genannt: Baptisten taufen keine Säuglinge sondern Jugendliche oder Erwachsene und das durch Untertauchen in einem großen Baptisterium. Das fällt natürlich auf. So kam es zur Bezeichnung Baptisten. Eine ähnliche Überzeugung hatten schon die Täufer während der Reformationszeit, die – außer in Hessen - blutig verfolgt wurden.

In Kassel gibt es seit 1847 Baptisten. Die älteste Gemeinde hat ihre Kirche am Möncheberg. Weitere Gemeinden in der Arbeitsgemeinschaft Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden mit zusammen etwa 650 getauften Mitgliedern) gibt es in Kassel-Oberzwehren, Ihringshausen und in Baunatal.


Zusammenarbeit

Wir pflegen intensive ökumenische Kontakte, unter anderem in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Kassel. International sind wir mit der Baptistengemeinde in Zidim/Nordkamerun verbunden. Wir fördern die Arbeit der Europäischen Baptistischen Mission und Brot-für-die-Welt, helfen in Katastrophenfällen über German Baptist Aid und sind im Baptistischen Weltbund mit etwa 100 Millionen Christen verbunden.

Die Vernetzung mit anderen Akteuren in der Stadt und im Quartier ist uns wichtig. So arbeiten wir eng mit dem Verein Kassel-West e.V. zusammen. Am Runden Tisch der Religionen nehmen wir aktiv teil und kooperieren in der Flüchtlingsarbeit mit dem Runden Tisch Ehrenamt der Stadt.


Gottesdienst

Der Gottesdienst ist Dreh- und Angelpunkt unseres Gemeindelebens. Sonntagvormittag ist die Kirche im Hof ein lebendiger Treffpunkt. Um 9.30 kommen einige zusammen, um für den Gottesdienst zu beten. Wir rechnen damit, dass Gott zu Wort kommt und Menschen berührt werden. Von 10.00 bis 11.00, manchmal auch bis 11.15 feiern wir miteinander Gottesdienst. Im Mittelpunkt steht die Predigt. Neben dem Pastor predigten gelegentlich noch etwa 10 weitere Gemeindemitglieder. Aber auch das Lob Gottes und der Austausch von Nachrichten kommen nicht zu kurz. Immer wieder ist unser Internationaler Gospelchor an der Gestaltung beteiligt. An jedem ersten Sonntag im Monat feiern wir miteinander Abendmahl. Dazu sind alle Christen, unabhängig von ihrer Konfession eingeladen. Es gibt Brot und Traubensaft. Am Ende der Schulferien findet jeweils ein Familiengottesdienst statt. Für Eltern mit Kindern gibt es einen besonderen Raum, das Kinderzimmer. Die Kinder ab 4-5 Jahren feiern zeitgleich ihren Kindergottesdienst.

Um internationalen Gästen den Gottesdienstbesuch zu erleichtern gibt es am Eingang das Predigtmanuskript zum Mitlesen. Manchmal wird der Gottesdienst ins Arabische übersetzt. Auf Wunsch gibt es auch Übersetzung ins Rumänische, Chinesische, Japanische, Spanische, Französische, Kurdische, Arabische und Englische. Einmal im Monat (am 2. Sonntag) gibt es im Anschluss an den Gottesdienst das Angebot von Segnung, Fürbitte und Salbung. Ehrenamtliche Mitarbeiter beten – auf Wunsch auch unter Handauflegung – für die Anliegen von Gottesdienstbesuchern. Nach dem Gottesdienst gibt es eine Tasse Kaffee, gelegentlich mit Kuchenverkauf zugunsten von Kinderheimen in Lateinamerika. Am 1. Sonntag im Monat gibt es ein gemeinsames Mittagessen, zu dem viele etwas Selbstgekochtes mitbringen.

Weitere Gottesdienste:

Mittendrin: Etwa fünfmal im Jahr bietet der Gottesdienst Mittendrin am Donnerstagabend die Gelegenheit, aktiv und kreativ miteinander einen unkonventionellen Gottesdienst („Mitten im Leben“) zu gestalten.
Informationen: pastor@efg-kassel-west.org

Arabisch: Am 2. und 4. Sonntag im Monat findet ab 12.30 ein Gottesdienst in arabischer Sprache statt, der mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken endet.
Informationen: pastor@efg-kassel-west.org

Tigrina: Samstags um 15.00 trifft sich die Eritreische Gemeinde zum Gottesdienst.
Informationen über pastor@efg-kassel-west.org

Chinesisch: Zweimal im Monat veranstaltet am Samstag um 15.00 die Chinesische Gemeinde Göttingen bei uns einen Gottesdienst in chinesischer Sprache.
Informationen über pastor@efg-kassel-west.org


Auf ein Wort

Den Hass überwinden
Jesus Christus spricht: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

Johannes 20,21

Wir dürfen uns nicht verstecken. So wenig wie die Jünger nach dem Tod und der Auferstehung Jesu in ihrem Versteck bleiben sollten. Jesus erschien seinen Jüngern, als die sich aus Furcht vor den Menschen nur im Geheimen trafen. Er zeigte ihnen seine Wundmale. Auch nach der Auferstehung blieb Jesus gezeichnet durch die Folter. Die Narben blieben. Und sie waren ein sprechendes Zeichen, dass Leiden und die Osterfreude keine Gegensätze sein müssen. Als die Jünger den Herrn sahen, der ihnen seine Wunden zeigte, "wurden sie froh".

Die Jünger sollen ihr Versteck verlassen. Sie sollten Verantwortung übernehmen und das Werk ihres Herrn fortsetzen. Der war gekommen, um Frieden zu stiften. Zwischen den Menschen und Gott sowie unter den Menschen. Und seine Jünger sollen ihrerseits Friedensstifter sein. Er schenkt ihnen das Vertrauen, dass sie seine Mission fortsetzen. Und er gibt ihnen Geist und Vollmacht, Sünden zu erlassen. Aber auch Sünden zu behalten. Denn die Vergebung der Sünden ist kein Automatismus. Sie kann auch verspielt werden. Und die Jünger spielen eine Schlüsselrolle. Sie sollen nicht nur nett sein, sondern auch dazu beitragen, dass die Sünde ihre Macht nicht weiter entfalten kann.

Wir teilen den Auftrag der Jünger bis heute. Unsere Gemeinde und jeder einzelne ist berufen, Frieden auszuteilen. Unser größtes Geschenk ist, dass wir mit Gott in Frieden leben können. Und das soll sich auswirken. Wir tragen den Frieden da hin, wo Zwietracht und Hass regieren. Dafür müssen wir die Komfortzone geistlicher Idylle verlassen und uns dem rauen Wind aussetzen.

Das gilt – nicht nur – aber derzeit vor allem in der Frage, wie die Fremden in unserem Land zu Freunden werden. Wir erleben ein wachsendes Vertrauen und arbeiten an einem versöhnten Miteinander. Seit einem Jahr hängt im Café das Wandbild vom Frieden zwischen den Religionen. Es ist ein Zeichen, dass in unserer Mitte der Krieg keinen Raum haben soll.

Angesichts des anhaltenden Krieges in Syrien sind viele unserer syrischen Mitglieder und Freunde verzweifelt. Der Hass in ihrer Heimat wird immer mehr angefacht. Die Invasion der türkischen Armee ist ein weiterer Anlass, dass der Hass wächst. Was können wir tun?

Mir ist im Gespräch mit Menschen, die nach dem Beitrag der Kirchen zum Frieden in Syrien und dem Irak fragen, ein Bild in den Sinn gekommen: Wir können nicht politisch eingreifen. Dazu haben wir weder die Macht noch das Mandat. Aber wir können zur Minderung des Hasses beitragen. Der Nahe Osten und Deutschland sind durch die hohe Präsenz von Menschen aus diesen Ländern miteinander verbunden wie zwei kommunizierende Röhren. Wenn auf syrischer Seite der Hass wächst, dann wächst gleichzeitig in Deutschland das Misstrauen, zum Beispiel zwischen Türken und Kurden oder Christen und Muslimen. Wenn wir auf dieser Seite der kommunizierenden Röhren zur Minderung des Hasses beitragen, dann hat das auch Auswirkungen in Syrien und im Irak.

Martin Luther King, dessen 50. Todestag sich am 5. April jährt, ist darin ein Beispiel. Er sagt: "Es gibt keine größere Kraft als die Kraft der Liebe. Sie überwindet den Hass wie das Licht die Finsternis."

Wir teilen den Auftrag Jesu, Frieden zu bringen. Wir haben die Vollmacht dazu und wir können etwas tun. Das ist eine große Verantwortung, der wir in vielen kleinen Schritten gerecht werden können. Schließlich sind wir nicht allein. Der Herr ist an unserer Seite.

Frank Fornaçon

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